Trauma
Trauma kann entstehen, wenn etwas für uns zu viel, zu schnell oder zu plötzlich geschieht und unsere Möglichkeiten, damit umzugehen, überfordert sind. Besonders belastend kann es sein, wenn wir uns in einer Situation hilflos, ausgeliefert oder handlungsunfähig gefühlt haben.
Dabei muss es nicht immer um ein einzelnes, besonders dramatisches Ereignis gehen. Auch wiederholte oder länger andauernde belastende Erfahrungen können Spuren hinterlassen.
Was passiert dabei?
Wenn wir Gefahr erleben, reagiert unser Körper automatisch. Das Nervensystem kann uns auf Kampf, Flucht oder Rückzug bzw. Kollaps vorbereiten. Diese Reaktionen helfen uns normalerweise dabei, eine schwierige oder bedrohliche Situation zu bewältigen.
Manchmal bleibt ein Teil dieser Reaktionen jedoch im Körper stecken – auch wenn die ursprüngliche Situation längst vorbei ist.
Dann kann es passieren, dass der Körper auf bestimmte Reize oder Situationen weiterhin mit Alarm reagiert. Solche sogenannten Trigger werden häufig gar nicht bewusst wahrgenommen. Etwas im Hier und Jetzt kann unbewusst an eine frühere Erfahrung erinnern, und der Körper reagiert, als bestünde die Gefahr noch immer.
Das kann sich zum Beispiel zeigen als:
innere Unruhe oder starke Anspannung
Orientierungslosigkeit oder das Gefühl, überwältigt zu sein
Panik oder Angst
unkontrollierbare Wutausbrüche
Konzentrations- oder Schlafprobleme
Erschöpfung
körperliche Beschwerden wie chronische Schmerzen, Migräne, Nacken- und Rückenprobleme
Traumatische Erfahrungen können dabei sehr unterschiedlich aussehen. Mögliche Beispiele sind:
Verkehrsunfälle, Stürze oder ein Hundebiss
Operationen, schwere Erkrankungen oder belastende medizinische Behandlungen
der Verlust eines nahestehenden Menschen
Vernachlässigung oder Gewalterfahrungen in der Kindheit
sexualisierte oder andere Formen von Gewalt
Krieg oder Naturkatastrophen
belastende Erfahrungen bereits vor der Geburt
das Miterleben von Gewalt – auch digital
Auch die Art und Weise, wie Menschen auf solche Erfahrungen reagieren, ist sehr unterschiedlich. Nicht jedes belastende Erlebnis führt zu einem Trauma und nicht jedes Symptom hat seine Ursache in einem Trauma.
Der Körper spielt eine wichtige Rolle. Das Besondere an traumatischen Erfahrungen ist, dass nicht nur unsere Gedanken und Erinnerungen betroffen sein können. Auch Körper und Nervensystem sind beteiligt.
So kann eine Situation längst vorbei sein, während der Körper weiterhin auf bestimmte Reize mit Anspannung, Rückzug oder anderen Schutzreaktionen reagiert. Manchmal fühlt es sich dadurch unbewusst so an, als wäre die Situation noch nicht ganz vorbei.
Genau hier setzt die körperorientierte Arbeit an.
Somatic Experiencing® (SE) ist ein körperorientierter Ansatz, der dabei unterstützen kann, wieder mehr Verbindung zu den eigenen Körperempfindungen und mehr Selbstregulation zu entwickeln.
Es geht nicht darum, vergangene, belastende Erlebnisse wieder zu durchleben. Vielmehr geht es darum, Schritt für Schritt neue Erfahrungen von Sicherheit, Orientierung und Stabilität im eigenen Körper zu ermöglichen und zu machen.
Dabei kann das Nervensystem lernen, leichter zwischen Anspannung und Entspannung zu wechseln und wieder mehr regulierte Zustände zu finden.
Was dabei wichtig ist
Eine achtsame Traumaarbeit orientiert sich immer an dem, was im jeweiligen Moment möglich und hilfreich ist. Dabei geht es insbesondere darum,
vorhandene Ressourcen wiederzuentdecken und zu stärken
Grenzen wahrzunehmen und zu wahren
wieder Zugang zur eigenen Stärke und Handlungsfähigkeit zu finden
zunächst einen stabilen und sicheren Boden zu schaffen
nicht vorschnell in die belastende Situation einzutauchen
„Der Schlüssel zur Traumabewältigung ist nicht, das Trauma wieder zu erleben, sondern neue Erfahrungen im Körper zu schaffen.“
— Dr. Peter Levine
Unser Körper ist ständig in Veränderung und verfügt über eine natürliche Fähigkeit zur Anpassung und Regeneration. Traumaarbeit kann dabei unterstützen, diese vorhandenen Fähigkeiten wieder stärker zugänglich zu machen.
Gut zu wissen:
Als Heilpraktikerin für Psychotherapie bin ich nach dem Heilpraktikergesetz befugt Psychotherapie auszuüben. Generell gibt es zu wenig Psychotherapeuten, die im Besitz einer Kassenzulassung sind. Monatelange Wartezeiten sind die Folge. In Ausnahmefällen, bei langen Wartzeiten oder wenn eine Behandlung dringend erforderlich ist, können Sie meine Rechnung bei Ihrer Krankenkasse einreichen. Außerdem werden Heilpraktikerleistungen von vielen Zusatzversicherungen gezahlt.
„Die Weisheit des Körpers zeigt sich, wenn man ihm mit Güte, Neugier und Geduld begegnet.“